Bundeskabinett beschließt Bericht zur globalen Ernährungssicherung

Berlin

Bundeskabinett beschließt Bericht zur globalen Ernährungssicherung
Das Bundeskabinett hat heute einen unter Leitung des Bundeskanzleramtes erarbeiteten Bericht zur ‚Globalen Ernährungssicherung durch nachhaltige Entwicklung und Agrarwirtschaft‘ beschlossen. Der Bericht bewertet die globale Markt- und Preisentwicklung bei Nahrungsmitteln und deren mögliche Folgen für die Ernährungssicherheit und entwickelt Handlungsempfehlungen.
Bundesminister Thomas de Maizière, unter dessen Vorsitz eine eigens eingesetzte Staatssekretärsrunde mehrmals tagte, sagte heute bei der Vorstellung des Berichts: ‚Die Bundesregierung wird die Gelegenheit nutzen, ihre Vorschläge auf dem Europäischen Rat am 19. /20. Juni in Brüssel und auf dem G8-Gipfel in Toyako/Hokkaido einzubringen. Wir wollen uns mit den Partnern auf gemeinsame Ansätze verständigen. Darüber hinaus wird die Bundesregierung ihr Engagement und ihren Einfluss in den internationalen Geberorganisationen nutzen, die Prioritäten in Richtung der Handlungsschwerpunkte dieses Konzepts umzusteuern.‘
Aus Sicht der Bundesregierung sollten Sofortmaßnahmen wie Nahrungsmittelhilfe einhergehen mit Maßnahmen, um die Produktivität in der Landwirtschaft zu steigern. Hierzu zählen unter anderem die Intensivierung der Agrarforschung, die Bekämpfung der Armut und der Abschluss der Welthandelsrunde. Für die Bioenergie fordert die Bundesregierung verbindliche Nachhaltigkeitsstandards zu vereinbaren sowie die Forschung und Entwicklung von Biokraftstoffen der 2. Generation zu intensivieren. Indem Reststoffe, die nicht für Nahrungszwecke gebraucht werden, verwertet werden (zum BeipsielBiomasse), entsteht weniger Konkurrenz zum Anbau von Nahrungspflanzen. Wenn Konflikte zwischen Bioenergie- und Nahrungsmittelerzeugung nicht auszuräumen sind, hat die Ernährungssicherung Vorrang.
Die Bundesregierung leistet ihre Unterstützung sowohl bilateral als auch europäisch und multilateral. Bundesminister de Maizière: ‚Nur mit einer international koordinierten Vorgehensweise können wir den akuten und langfristigen Problemen erfolgreich begegnen.‘
Die Bundesregierung beabsichtigt, ihre Nahrungsmittelhilfe kurzfristig um 23 Millionen Euro aufzustocken. Darüber hinaus werden allein in diesem Jahr 500 Millionen Euro durch Umstrukturierungen im Haushalt mobilisiert, um die Nahrungsmittelsicherheit in den Entwicklungsländern zu fördern. Die Bundesregierung wird ihr Engagement schrittweise weiter ausbauen.
Hintergrund:
Durch den Anstieg der globalen Nahrungsmittelpreise in den letzten Monaten hat sich die Ernährungslage der Armen in den Entwicklungsländern teilweise dramatisch verschlechtert. Der gleichzeitige rapide Anstieg der Rohölpreise hat diese Situation verschärft. Die Gefahr besteht, dass die Millenniumsziele Halbierung des Anteils der Hungernden bis 2015 und der Armut weltweit nicht erreicht werden. Fehlender Zugang zu Nahrungsmitteln und Verteilungskonflikte um Ressourcen können überdies die politische Stabilität in einigen der besonders betroffenen Länder bedrohen.
Vor diesem Hintergrund hat das Bundeskabinett am 16. April eine hochrangige Arbeitsgruppe zur Frage der Welternährungslage eingerichtet. Der Arbeitsgruppe unter Vorsitz des Chef des Bundeskanzleramtes, BundesministerThomas de Maizière, gehörten neben Vertretern der Ressorts renommierte internationale Sachverständige an.
Die Ursachen des Preisanstiegs sind vielfältig. Hierzu zählen unter anderem das Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum in den Entwicklungs- und insbesondere in den Schwellenländern sowie deren veränderte Ernährungsgewohnheiten. Eine Rolle spielen steigende Rohölpreise ebenso wie die weltweit zunehmende Produktion von Biokraftstoffen und Ernteausfälle großer Exportländer. Ausfuhrbeschränkungen einiger Regierungen, die damit auf rasch steigende Nahrungsmittelpreise reagiert haben, sowie Finanzspekulationen verschärfen die Situation zusätzlich. Im Kern liegt die Ursache aber in der langjährigen Vernachlässigung des Agrarsektors und der ländlichen Entwicklung in vielen Entwicklungsländern.
Den Wortlaut des Berichts finden Sie in der Anlage.
Anlagen zum Download:
Abschlussbericht Globale Ernährungssicherung (PDF)(139,3 KB)
Presse- und Informationsamt der Bundesregierung
E-Mail: InternetPost@bundesregierung.de
Internet: http://www.bundesregierung.de/
Dorotheenstr. 84
D-10117 Berlin
Telefon: 03018 272 – 0
Telefax: 03018 272 – 2555

Berlin

Bundeskabinett beschließt Bericht zur globalen Ernährungssicherung
Das Bundeskabinett hat heute einen unter Leitung des Bundeskanzleramtes erarbeiteten Bericht zur ‚Globalen Ernährungssicherung durch nachhaltige Entwicklung und Agrarwirtschaft‘ beschlossen. Der Bericht bewertet die globale Markt- und Preisentwicklung bei Nahrungsmitteln und deren mögliche Folgen für die Ernährungssicherheit und entwickelt Handlungsempfehlungen.
Bundesminister Thomas de Maizière, unter dessen Vorsitz eine eigens eingesetzte Staatssekretärsrunde mehrmals tagte, sagte heute bei der Vorstellung des Berichts: ‚Die Bundesregierung wird die Gelegenheit nutzen, ihre Vorschläge auf dem Europäischen Rat am 19. /20. Juni in Brüssel und auf dem G8-Gipfel in Toyako/Hokkaido einzubringen. Wir wollen uns mit den Partnern auf gemeinsame Ansätze verständigen. Darüber hinaus wird die Bundesregierung ihr Engagement und ihren Einfluss in den internationalen Geberorganisationen nutzen, die Prioritäten in Richtung der Handlungsschwerpunkte dieses Konzepts umzusteuern.‘
Aus Sicht der Bundesregierung sollten Sofortmaßnahmen wie Nahrungsmittelhilfe einhergehen mit Maßnahmen, um die Produktivität in der Landwirtschaft zu steigern. Hierzu zählen unter anderem die Intensivierung der Agrarforschung, die Bekämpfung der Armut und der Abschluss der Welthandelsrunde. Für die Bioenergie fordert die Bundesregierung verbindliche Nachhaltigkeitsstandards zu vereinbaren sowie die Forschung und Entwicklung von Biokraftstoffen der 2. Generation zu intensivieren. Indem Reststoffe, die nicht für Nahrungszwecke gebraucht werden, verwertet werden (zum BeipsielBiomasse), entsteht weniger Konkurrenz zum Anbau von Nahrungspflanzen. Wenn Konflikte zwischen Bioenergie- und Nahrungsmittelerzeugung nicht auszuräumen sind, hat die Ernährungssicherung Vorrang.
Die Bundesregierung leistet ihre Unterstützung sowohl bilateral als auch europäisch und multilateral. Bundesminister de Maizière: ‚Nur mit einer international koordinierten Vorgehensweise können wir den akuten und langfristigen Problemen erfolgreich begegnen.‘
Die Bundesregierung beabsichtigt, ihre Nahrungsmittelhilfe kurzfristig um 23 Millionen Euro aufzustocken. Darüber hinaus werden allein in diesem Jahr 500 Millionen Euro durch Umstrukturierungen im Haushalt mobilisiert, um die Nahrungsmittelsicherheit in den Entwicklungsländern zu fördern. Die Bundesregierung wird ihr Engagement schrittweise weiter ausbauen.
Hintergrund:
Durch den Anstieg der globalen Nahrungsmittelpreise in den letzten Monaten hat sich die Ernährungslage der Armen in den Entwicklungsländern teilweise dramatisch verschlechtert. Der gleichzeitige rapide Anstieg der Rohölpreise hat diese Situation verschärft. Die Gefahr besteht, dass die Millenniumsziele Halbierung des Anteils der Hungernden bis 2015 und der Armut weltweit nicht erreicht werden. Fehlender Zugang zu Nahrungsmitteln und Verteilungskonflikte um Ressourcen können überdies die politische Stabilität in einigen der besonders betroffenen Länder bedrohen.
Vor diesem Hintergrund hat das Bundeskabinett am 16. April eine hochrangige Arbeitsgruppe zur Frage der Welternährungslage eingerichtet. Der Arbeitsgruppe unter Vorsitz des Chef des Bundeskanzleramtes, BundesministerThomas de Maizière, gehörten neben Vertretern der Ressorts renommierte internationale Sachverständige an.
Die Ursachen des Preisanstiegs sind vielfältig. Hierzu zählen unter anderem das Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum in den Entwicklungs- und insbesondere in den Schwellenländern sowie deren veränderte Ernährungsgewohnheiten. Eine Rolle spielen steigende Rohölpreise ebenso wie die weltweit zunehmende Produktion von Biokraftstoffen und Ernteausfälle großer Exportländer. Ausfuhrbeschränkungen einiger Regierungen, die damit auf rasch steigende Nahrungsmittelpreise reagiert haben, sowie Finanzspekulationen verschärfen die Situation zusätzlich. Im Kern liegt die Ursache aber in der langjährigen Vernachlässigung des Agrarsektors und der ländlichen Entwicklung in vielen Entwicklungsländern.
Den Wortlaut des Berichts finden Sie in der Anlage.
Anlagen zum Download:
Abschlussbericht Globale Ernährungssicherung (PDF)(139,3 KB)
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E-Mail: InternetPost@bundesregierung.de
Internet: http://www.bundesregierung.de/
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