Kraut- und Knollenfäule bei Bio-Kartoffeln Prognosemodell reduziert den Kupfereinsatz

Bonn

Kraut- und Knollenfäule bei Bio-Kartoffeln Prognosemodell reduziert den Kupfereinsatz

(aid) ? Die Kraut- und Knollenfäule ist eine der gefürchtetsten Pflanzenkrankheiten im Kartoffelbau. Durch Ertrags- und Qualitätseinbußen kann sie hohe wirtschaftliche Schäden verursachen. In der konventionellen Landwirtschaft stehen zur Schadensminimierung zahlreiche Pflanzenschutzmittel zur Verfügung. Der Bio-Landwirt kann hingegen zur direkten Bekämpfung der Pilzkrankheit nur auf Kupfermittel zurückgreifen. Doch der Kupfereinsatz ist umstritten. Im Boden kann sich Kupfer anreichern und Bodenlebewesen schädigen. Eine deutliche Verringerung der Kupfermenge ist daher erklärtes Ziel im Ökologischen Landbau.
Wissenschaftler der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft versuchten mit ihren Untersuchungen diesem Ziel ein Stück näher zu kommen. In Kooperation mit Mitarbeitern des Julius Kühn-Instituts und der Zentralstelle der Länder für EDV-gestützte Entscheidungshilfen und Programme im Pflanzenschutz testeten sie verschiedene Einsparmöglichkeiten.
Durch eine Kupferbeizung der Pflanzkartoffeln sollte der Erstbefall der Kartoffeln mit der Kraut- und Knollenfäule verringert werden. Mit Hilfe der Ultra Low Volume (ULV)-Technik wurden gesunde und bereits mit dem Pilz infizierte Knollen vor dem Pflanzen mit einer geringen Kupfermenge von 120 Gramm je Hektar behandelt. Der primäre Stängelbefall der Pflanzen konnte durch die Beizung in 67 bzw. 75 Prozent der Fälle reduziert werden. Gegenüber der unbehandelten Kontrollvariante ließen sich außerdem Mehrerträge erzielen. Auch wenn die Ergebnisse statistisch nicht immer abzusichern waren, sehen die Wissenschaftler in der Beizung mit der ULV-Technik eine zusätzliche Absicherung gegen den primären Stängelbefall.
Ihr weiteres Augenmerk legten die Forscher auf die Reduktion von Kupfer durch verringerte Aufwandmengen. Dabei setzen sie das im Rahmen des Projekts optimierte Prognosemodell ÖKOSIMPHYT ein. Mit seiner Hilfe konnte der Behandlungsbeginn gegen die Kraut- und Knollenfäule genauer bestimmt werden. Außerdem wurden damit die Abstände zwischen den einzelnen Spritzungen berechnet und Empfehlungen zu den Aufwandmengen gegeben. Verglichen mit einer wöchentlichen Behandlung der Kartoffelflächen konnten im Durchschnitt der vier Versuchsjahre die Anzahl Behandlungen um 0,6 und die Kupfermenge um 535 Gramm pro Hektar verringert werden.
Die guten Erfahrungen mit dem Prognosemodell ÖKOSIMPHYT bestätigte Andreas Paffrath bei dem diesjährigen Kartoffeltag der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Er wies aber auch auf die Bedeutung gesunden Kartoffelpflanzguts, einer guten Vorkeimung der Pflanzknollen und einer optimalen Nährstoffversorgung der Pflanzen bei der Bekämpfung der Kraut- und Knollenfäule hin. In Versuchen des Ökoteams der Landwirtschaftskammer konnte durch diese vorbeugenden Maßnahmen ganz auf Kupfer verzichtet werden. Selbst in extremen Befallsjahren seien die Kartoffelerträge höher gewesen als beim Einsatz von Kupfer.
aid, Dr. Eckhard Lorenz

Weitere Informationen: http://orgprints.org www.oekolandbau.nrw.de

aid infodienst
Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz e. V.
Heilsbachstraße 16
53123 Bonn
Tel. 0228 8499-0
Internet: http://www.aid.de , E-Mail: aid@aid.de
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Bonn

Kraut- und Knollenfäule bei Bio-Kartoffeln Prognosemodell reduziert den Kupfereinsatz

(aid) ? Die Kraut- und Knollenfäule ist eine der gefürchtetsten Pflanzenkrankheiten im Kartoffelbau. Durch Ertrags- und Qualitätseinbußen kann sie hohe wirtschaftliche Schäden verursachen. In der konventionellen Landwirtschaft stehen zur Schadensminimierung zahlreiche Pflanzenschutzmittel zur Verfügung. Der Bio-Landwirt kann hingegen zur direkten Bekämpfung der Pilzkrankheit nur auf Kupfermittel zurückgreifen. Doch der Kupfereinsatz ist umstritten. Im Boden kann sich Kupfer anreichern und Bodenlebewesen schädigen. Eine deutliche Verringerung der Kupfermenge ist daher erklärtes Ziel im Ökologischen Landbau.
Wissenschaftler der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft versuchten mit ihren Untersuchungen diesem Ziel ein Stück näher zu kommen. In Kooperation mit Mitarbeitern des Julius Kühn-Instituts und der Zentralstelle der Länder für EDV-gestützte Entscheidungshilfen und Programme im Pflanzenschutz testeten sie verschiedene Einsparmöglichkeiten.
Durch eine Kupferbeizung der Pflanzkartoffeln sollte der Erstbefall der Kartoffeln mit der Kraut- und Knollenfäule verringert werden. Mit Hilfe der Ultra Low Volume (ULV)-Technik wurden gesunde und bereits mit dem Pilz infizierte Knollen vor dem Pflanzen mit einer geringen Kupfermenge von 120 Gramm je Hektar behandelt. Der primäre Stängelbefall der Pflanzen konnte durch die Beizung in 67 bzw. 75 Prozent der Fälle reduziert werden. Gegenüber der unbehandelten Kontrollvariante ließen sich außerdem Mehrerträge erzielen. Auch wenn die Ergebnisse statistisch nicht immer abzusichern waren, sehen die Wissenschaftler in der Beizung mit der ULV-Technik eine zusätzliche Absicherung gegen den primären Stängelbefall.
Ihr weiteres Augenmerk legten die Forscher auf die Reduktion von Kupfer durch verringerte Aufwandmengen. Dabei setzen sie das im Rahmen des Projekts optimierte Prognosemodell ÖKOSIMPHYT ein. Mit seiner Hilfe konnte der Behandlungsbeginn gegen die Kraut- und Knollenfäule genauer bestimmt werden. Außerdem wurden damit die Abstände zwischen den einzelnen Spritzungen berechnet und Empfehlungen zu den Aufwandmengen gegeben. Verglichen mit einer wöchentlichen Behandlung der Kartoffelflächen konnten im Durchschnitt der vier Versuchsjahre die Anzahl Behandlungen um 0,6 und die Kupfermenge um 535 Gramm pro Hektar verringert werden.
Die guten Erfahrungen mit dem Prognosemodell ÖKOSIMPHYT bestätigte Andreas Paffrath bei dem diesjährigen Kartoffeltag der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Er wies aber auch auf die Bedeutung gesunden Kartoffelpflanzguts, einer guten Vorkeimung der Pflanzknollen und einer optimalen Nährstoffversorgung der Pflanzen bei der Bekämpfung der Kraut- und Knollenfäule hin. In Versuchen des Ökoteams der Landwirtschaftskammer konnte durch diese vorbeugenden Maßnahmen ganz auf Kupfer verzichtet werden. Selbst in extremen Befallsjahren seien die Kartoffelerträge höher gewesen als beim Einsatz von Kupfer.
aid, Dr. Eckhard Lorenz

Weitere Informationen: http://orgprints.org www.oekolandbau.nrw.de

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Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz e. V.
Heilsbachstraße 16
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