Staatssekretär Karl-Winfried Seif zur 8. Umwelt-Konferenz der Regionen von Europa – ENCORE – …

Wiesbaden

Staatssekretär Karl-Winfried Seif zur 8. Umwelt-Konferenz der Regionen von Europa – ENCORE – im Rahmen der Weltausstellung in Saragossa/Spanien
Vor dem Hintergrund der 8. Umwelt-Konferenz der Regionen von Europa äußerte sich heute der Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Umwelt, ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Karl-Winfried Seif, zum Thema „Impacts of Climate Change on Water-Management in Hessen“: „Zum einen geht es um Maßnahmen zur Reduktion der jährlichen Emissionen von Treibhausgasen. Im Vordergrund stehen dabei Maßnahmen zur Verringerung des fossilen Energieverbrauchs, die zu einer CO2-Reduktion führen. Diese Maßnahmen sind eingebettet in die völkerrechtliche, europarechtliche und bundesrechtliche Klimapolitik. Das ist wichtig, um der globalen Dimension des Treibhauseffektes überhaupt gerecht werden zu können.“
Der zweite Schwerpunkt der hessischen Klimapolitik habe, so Seif, in erster Linie einen regionalen Bezug: „Gefragt sind regionale Anpassungsstrategien an den Klimawandel. Grundwasser ist die wichtigste Quelle für unsere Trinkwasserversorgung. In Hessen stammen 90 Prozent der Wasserförderung der öffentlichen Trinkwasserversorgung aus Grund- und Quellwasser. Der Klimawandel wird die Grundwasserneubildung und somit die Trinkwasserversorgung in Hessen beeinflussen. Wir müssen uns heute schon Gedanken machen, welchen Einfluss deutlich feuchtere Winter und deutlich trockenere und wärmere Sommer auf die Wasserversorgung haben werden!“
In einem Verbundprojekt des Bundesforschungsministeriums mit drei hessischen Institutionen (dem Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie, dem größten hessischen Wasserversorgungsunternehmen Hessenwasser und einem privaten Ingenieurbüro) werden, so berichtete der Staatssekretär weiter, Anpassungsstrategien an Klimatrends und Extremwetter am Beispiel der Modellregion Südhessen erarbeitet. „Die Veränderungen des Grundwasserhaushaltes werden modellhaft noch in diesem Jahr quantifiziert. Hieraus können Anpassungsstrategien entwickelt werden, um die Auswirkungen hoher Grundwasserstände im Winter und niedriger Grundwasserstände im Sommer auszugleichen. Unsere Fachbehörde – das Hessische Landesamt für Umwelt und Geologie – hat die methodischen Ansätze so ausgewählt, dass eine Übertragung der Ergebnisse aus dem Modellgebiet Südhessen auf andere Regionen in Deutschland und in Europa möglich sein wird“, führte Seif weiter aus.
Die erste Aufgabe des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie bestand darin, ein regionales Klimamodell für das Bundesland Hessen einzusetzen. Das regionale Klimamodell ist in der Lage, die Auswirkungen von Klimatrends auf die Temperatur, den Niederschlag, die Grundwasserneubildung und den Oberflächenabfluss zu prognostizieren, und zwar detailscharf und flächendeckend für ganz Hessen bis zum Jahre 2100. Die hessische Fachbehörde setzt zurzeit ein regionales Klimamodell ein, dass das Auffinden von Anpassungsstrategien in zweifacher Hinsicht unterstützt.
„Die Sommermonate werden in unserer Region Südhessen zu Trockenmonaten. Die Wasserressourcen werden überstrapaziert. Das Management der Grundwasserressourcen wird in dem Modellgebiet Südhessen dynamisch an diese Situation angepasst werden. Unser Ziel ist es, das Trockenfallen von Feucht- und Nassgebieten in den Sommermonaten zu verhindern. Wir werden die künstliche Grundwasseranreicherung mit einer Kapazität von etwa 40 Millionen m3 im Jahr in den Trockenmonaten so einsetzen, dass die grundwassergeprägten Waldgebiete nicht absterben, sondern erhalten werden. In den Wintermonaten werden wir mit einer konträren Situation konfrontiert. Die Grundwasserneubildung wird sich im Winter im Modellgebiet Südhessen um 25 Prozent erhöhen. Damit einher geht die Gefahr von flächenhaften Vernässungsschäden an Gebäuden und die Gefahr von überfluteten Ackerflächen. Wir haben ein 10-Punkte-Programm als erste Anpassungsstrategie an zu hohe Grundwasserstände entwickelt. Damit wollen wir Vernässungsschäden bei hohen Grundwasserständen im Winterhalbjahr vermeiden. Eine Machbarkeitsstudie wird Aufschluss darüber geben, welche Maßnahmen ergänzend umzusetzen sind, um Vernässungsschäden in Siedlungsgebieten unter Beachtung der Klimaeffekte zu verhindern“, erläuterte Staatssekretär Seif.
„Die Politik des Landes Hessen zielt darauf ab, zukünftige Risiken des Klimawandels für unsere Regionen in unserem Bundesland zu erkennen und drohende Schäden durch frühzeitige Anpassungen an die Veränderungen durch den Klimawandel zu begrenzen. Aus diesem Grunde haben wir die Einrichtung eines ‚Fachzentrums Klimawandel’ beschlossen. Hessen bekommt als erstes Bundesland in Deutschland ein fachliches Instrument zur Realisierung einer nachhaltigen und regionalen Umweltpolitik in den Zeiten des Klimawandels. Das Kompetenzzentrum wird bei dem Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie eingerichtet und wird im Oktober 2008 seine Arbeit aufnehmen. Für die nächsten zwei Jahre stellen wir dem Kompetenzzentrum jährlich 2,2 Millionen Euro für die Forschungs- und Förderprogramme zur Verfügung“, so Staatssekretär Seif zum Schluss seiner Ausführungen und: „Hessen verfügt somit über wasserwirtschaftliche Lösungsansätze als Antwort auf Trockenperioden im Sommer beziehungsweise Nassperioden im Winter. Mit dem regionalen Klimamodell kann Hessen diese beiden Lösungsansätze zur Vermeidung von Trocknisschäden und zur Vermeidung von Vernässungsschäden dynamisch weiterentwickeln mit dem Ziel, negative Effekte des Klimawandels abzumildern oder zu vermeiden.“
Zum Hintergrund:
Im Zentrum der Anpassungsstrategien stehen folgende Punkte:
Hessen verfügt über integrierte Pläne zur nachhaltigen Bewirtschaftung von Grundwasserressourcen.
Diese Grundwasser-Bewirtschaftungspläne steuern die Entnahme und Verteilung von Grundwasser für die öffentliche, industrielle und landwirtschaftliche Wasserversorgung so, dass es zu keinem Engpass in Trockenzeiten kommt.
Die Wasserrechte für die Entnahme von Grundwasser sind an die Einhaltung von Grundwasserständen in den Feuchtgebieten (wetlands) geknüpft. Damit stellt Hessen eine Win-Win-Situation her, zwischen der Wasserversorgung auf der einen und dem Erhalt von Feuchtgebieten und grundwasserabhängigen Wäldern auf der anderen Seite.
Pressestelle
Hessisches Ministerium für Umwelt, ländlichen Raum und Verbraucherschutz
Mainzer Straße 80
65189 Wiesbaden
Telefon: 0611 – 815 1020
Telefax: 0611 – 815 1943
pressestelle@hmulv.hessen.de

Wiesbaden

Staatssekretär Karl-Winfried Seif zur 8. Umwelt-Konferenz der Regionen von Europa – ENCORE – im Rahmen der Weltausstellung in Saragossa/Spanien
Vor dem Hintergrund der 8. Umwelt-Konferenz der Regionen von Europa äußerte sich heute der Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Umwelt, ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Karl-Winfried Seif, zum Thema „Impacts of Climate Change on Water-Management in Hessen“: „Zum einen geht es um Maßnahmen zur Reduktion der jährlichen Emissionen von Treibhausgasen. Im Vordergrund stehen dabei Maßnahmen zur Verringerung des fossilen Energieverbrauchs, die zu einer CO2-Reduktion führen. Diese Maßnahmen sind eingebettet in die völkerrechtliche, europarechtliche und bundesrechtliche Klimapolitik. Das ist wichtig, um der globalen Dimension des Treibhauseffektes überhaupt gerecht werden zu können.“
Der zweite Schwerpunkt der hessischen Klimapolitik habe, so Seif, in erster Linie einen regionalen Bezug: „Gefragt sind regionale Anpassungsstrategien an den Klimawandel. Grundwasser ist die wichtigste Quelle für unsere Trinkwasserversorgung. In Hessen stammen 90 Prozent der Wasserförderung der öffentlichen Trinkwasserversorgung aus Grund- und Quellwasser. Der Klimawandel wird die Grundwasserneubildung und somit die Trinkwasserversorgung in Hessen beeinflussen. Wir müssen uns heute schon Gedanken machen, welchen Einfluss deutlich feuchtere Winter und deutlich trockenere und wärmere Sommer auf die Wasserversorgung haben werden!“
In einem Verbundprojekt des Bundesforschungsministeriums mit drei hessischen Institutionen (dem Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie, dem größten hessischen Wasserversorgungsunternehmen Hessenwasser und einem privaten Ingenieurbüro) werden, so berichtete der Staatssekretär weiter, Anpassungsstrategien an Klimatrends und Extremwetter am Beispiel der Modellregion Südhessen erarbeitet. „Die Veränderungen des Grundwasserhaushaltes werden modellhaft noch in diesem Jahr quantifiziert. Hieraus können Anpassungsstrategien entwickelt werden, um die Auswirkungen hoher Grundwasserstände im Winter und niedriger Grundwasserstände im Sommer auszugleichen. Unsere Fachbehörde – das Hessische Landesamt für Umwelt und Geologie – hat die methodischen Ansätze so ausgewählt, dass eine Übertragung der Ergebnisse aus dem Modellgebiet Südhessen auf andere Regionen in Deutschland und in Europa möglich sein wird“, führte Seif weiter aus.
Die erste Aufgabe des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie bestand darin, ein regionales Klimamodell für das Bundesland Hessen einzusetzen. Das regionale Klimamodell ist in der Lage, die Auswirkungen von Klimatrends auf die Temperatur, den Niederschlag, die Grundwasserneubildung und den Oberflächenabfluss zu prognostizieren, und zwar detailscharf und flächendeckend für ganz Hessen bis zum Jahre 2100. Die hessische Fachbehörde setzt zurzeit ein regionales Klimamodell ein, dass das Auffinden von Anpassungsstrategien in zweifacher Hinsicht unterstützt.
„Die Sommermonate werden in unserer Region Südhessen zu Trockenmonaten. Die Wasserressourcen werden überstrapaziert. Das Management der Grundwasserressourcen wird in dem Modellgebiet Südhessen dynamisch an diese Situation angepasst werden. Unser Ziel ist es, das Trockenfallen von Feucht- und Nassgebieten in den Sommermonaten zu verhindern. Wir werden die künstliche Grundwasseranreicherung mit einer Kapazität von etwa 40 Millionen m3 im Jahr in den Trockenmonaten so einsetzen, dass die grundwassergeprägten Waldgebiete nicht absterben, sondern erhalten werden. In den Wintermonaten werden wir mit einer konträren Situation konfrontiert. Die Grundwasserneubildung wird sich im Winter im Modellgebiet Südhessen um 25 Prozent erhöhen. Damit einher geht die Gefahr von flächenhaften Vernässungsschäden an Gebäuden und die Gefahr von überfluteten Ackerflächen. Wir haben ein 10-Punkte-Programm als erste Anpassungsstrategie an zu hohe Grundwasserstände entwickelt. Damit wollen wir Vernässungsschäden bei hohen Grundwasserständen im Winterhalbjahr vermeiden. Eine Machbarkeitsstudie wird Aufschluss darüber geben, welche Maßnahmen ergänzend umzusetzen sind, um Vernässungsschäden in Siedlungsgebieten unter Beachtung der Klimaeffekte zu verhindern“, erläuterte Staatssekretär Seif.
„Die Politik des Landes Hessen zielt darauf ab, zukünftige Risiken des Klimawandels für unsere Regionen in unserem Bundesland zu erkennen und drohende Schäden durch frühzeitige Anpassungen an die Veränderungen durch den Klimawandel zu begrenzen. Aus diesem Grunde haben wir die Einrichtung eines ‚Fachzentrums Klimawandel’ beschlossen. Hessen bekommt als erstes Bundesland in Deutschland ein fachliches Instrument zur Realisierung einer nachhaltigen und regionalen Umweltpolitik in den Zeiten des Klimawandels. Das Kompetenzzentrum wird bei dem Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie eingerichtet und wird im Oktober 2008 seine Arbeit aufnehmen. Für die nächsten zwei Jahre stellen wir dem Kompetenzzentrum jährlich 2,2 Millionen Euro für die Forschungs- und Förderprogramme zur Verfügung“, so Staatssekretär Seif zum Schluss seiner Ausführungen und: „Hessen verfügt somit über wasserwirtschaftliche Lösungsansätze als Antwort auf Trockenperioden im Sommer beziehungsweise Nassperioden im Winter. Mit dem regionalen Klimamodell kann Hessen diese beiden Lösungsansätze zur Vermeidung von Trocknisschäden und zur Vermeidung von Vernässungsschäden dynamisch weiterentwickeln mit dem Ziel, negative Effekte des Klimawandels abzumildern oder zu vermeiden.“
Zum Hintergrund:
Im Zentrum der Anpassungsstrategien stehen folgende Punkte:
Hessen verfügt über integrierte Pläne zur nachhaltigen Bewirtschaftung von Grundwasserressourcen.
Diese Grundwasser-Bewirtschaftungspläne steuern die Entnahme und Verteilung von Grundwasser für die öffentliche, industrielle und landwirtschaftliche Wasserversorgung so, dass es zu keinem Engpass in Trockenzeiten kommt.
Die Wasserrechte für die Entnahme von Grundwasser sind an die Einhaltung von Grundwasserständen in den Feuchtgebieten (wetlands) geknüpft. Damit stellt Hessen eine Win-Win-Situation her, zwischen der Wasserversorgung auf der einen und dem Erhalt von Feuchtgebieten und grundwasserabhängigen Wäldern auf der anderen Seite.
Pressestelle
Hessisches Ministerium für Umwelt, ländlichen Raum und Verbraucherschutz
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Telefax: 0611 – 815 1943
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